Mittwoch, 19. Juli 2023

Holpriger Start

Man kann planen und reservieren und dennoch kann eine kleine Änderung alles zunichtemachen. Wir haben genug Zeit am Flughafen eingeplant, einen Zeitslot für die Sicherheitskontrolle gebucht und wollten gerade am Counter die Gepäcklabel drucken, als das Gerät immer wieder einen Fehler anzeigt. 



Ein Blick auf die Flugtafel bringt Klarheit. Unser Flug nach München wurde gestrichen. Bis dahin waren wir sehr entspannt und plötzlich brach Panik aus. Am Lufthansa Serviceschalter mussten wir warten und relativ schnell war klar, dass wir den Anschlussflug nach Vancouver heute nicht mehr erreichen können. Die Mail über den gestrichenen Flug kam in der Nacht. Am Tag zuvor konnten wir noch planmäßig einchecken und haben unsere Bordkarten bekommen. Lufthansa selbst hat uns auf einen Flug zwei Tage später umgebucht, doch das war für uns keine Option, da wir dann gar keine Zeit mehr in Vancouver gehabt hätten. Die Mitarbeiterin am Schalter macht eigentlich auch nichts anderes als wir: sie guckt im System und schlägt uns was vor, was wir parallel auch im Internet finden. Die meisten Maschinen sind ausgebucht: Ferienanfang. Für fünf Personen eine Verbindung nach Vancouver zu bekommen scheint eine große Herausforderung zu werden. Nach Vorschlägen über München und kurzer Umsteigezeit in Amsterdam kommen wir zu dem Schluss, dass wir direkt am Flughafen sein wollen, wo der Langstreckenflug startet, um kein weiteres Risiko einzugehen. Die Kinder sind schon sehr aufgelöst, dass unser Flug ausfällt und können sich nur schwer mit der neuen Situation arrangieren. Nach 45 Minuten am Schalter wird klar, wir fliegen heute noch nach Amsterdam, übernachten dort und starten am nächsten Tag mit KLM nach Vancouver. Wir bekommen einen Zettel, auf dem unsere umgebuchten Daten stehen. Der sieht so banal aus, dass ich frage, ob wir die Informationen auch noch per Mail bekommen. Die Dame verneint und ich bin froh, dass es immerhin kein handgeschriebener Zettel ist. 


Wir gehen zum KLM- Schalter, um schon einzuchecken und unsere Koffer abzugeben. Der Herr am Schalter ist genauso verwirrt wir wir. Er scannt unsere Pässe und sagt: „Ah, Sie fliegen nach Paris?“.  „Äh, nein!“ Wildes Getippe, Kommentare von der Kollegin und schon wird doch die richtige Verbindung gefunden. Wir bekommen unsere Bordkarten, auf denen die richtigen Flüge stehen. Nur die Koffer dürfen wir noch nicht abgeben, da es noch einige Stunden bis zum Abflug sind. So lernen wir auch mal die Gepäckaufbewahrung am Flughafen kennen. Wir wollen in der Zeit bis zum Abflug nämlich nochmal nach Hause fahren und die Koffer nicht mitnehmen. Es fühlt sich völlig surreal an, wieder nach Hause zu kommen. Wir hatten doch alles urlaubsbereit hinterlassen. 

Beim nächsten Anlauf kappt alles. Der Flughafen ist trotz Ferienstart nicht übermäßig überfüllt. Im Flugzeug haben wir zunächst nur Einzelplätze, aber die Flugbegleiterinnen schieben etwas hin und her und so haben wir immerhin drei zusammenhängende Plätze. Der Flug vergeht schnell und schon eine Stunde später landen wir in Amsterdam. Shuttle zum Hotel, Abendbrot bei McDonalds und ab ins Bett. 





Am nächsten Tag klappt auch alles reibungslos bis zum Abflug. Die Maschine ist überbucht und es werden Fluggäste gesucht, die für einen Bonus und eine Hotelübernachtung einen Tag später fliegen. Ich wüsste zu gern, ob unsere Plätze die überbuchten waren. 🫢 Wir haben auf jeden Fall kein Interesse noch länger zu warten und sind sehr froh, als wir endlich im Flieger sitzen. 




Gefühlt sind wir nur am Essen. Die Kinder schauen nur hin und wieder mal auf und spielen das komplette Bordprogramm durch. 
Die Flugzeit stagniert nach einer Weile und schon meldet sich der Pilot und vermeldet, dass es über Island Probleme in der Flugraumüberwachung gibt, wir deshalb nicht die geplante Route nehmen können und bis zur Abklärung im Kreis fliegen müssen. 



Kurz darauf sagt er, dass wir in Montreal zwischenlanden werden, um aufzutanken, da wir durch die Extrarunden zu viel verbraucht haben. Danach heißt es, dass nun doch alles wie geplant läuft und wir non-stop nach Vancouver fliegen können. Applaus aller Passagiere.

Ein paar Stunden später ahne ich nichts Gutes als ich sehe, dass als Ziel plötzlich Calgary angezeigt wird. Der Pilot verlautet kurze Zeit später, dass nun doch noch ein Tankstopp nötig ist. Also landen wir in Calgary, von wo wir in knapp drei Wochen wieder zurück fliegen wollen. Insgesamt haben wir durch die Umstände drei Stunden Verspätung. Diese zwei Tage haben uns ganz schön geschlaucht. Wir hoffen, dass wir wenigstens eine ordentliche Entschädigung bekommen.



In Vancouver läuft dann alles reibungslos. Alle Koffer sind da (meiner sogar als erster), der Zug in die Innenstadt ist schnell gefunden und wir beziehen unser erstes Hotel. Dieses ist leider eine große Enttäuschung: ein abgewohnter, hässlicher Kasten, dafür aber okay von der Lage. Der erste Abend ist erfahrungsgemäß nie toll. Nach ein paar Stunden Schlaf sieht die Welt schon wieder ganz anders aus…



2 Kommentare:

  1. Hallo ihr Lieben, danke für den ersten " Erlebnisbericht". Zwischenzeitlich sind ja die ersten Strapazen und der Jetlag überwunden. Aktuell seid ihr auf Vancouver Island/ Victoria und genießt hoffentlich bei angenehmen Wetter Flora und Fauna. LG Opi Bernd 🇲🇨

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  2. Wahnsinn im Urlaubsstart🫣. Ich fiebere mit euch und hoffe, dass es die Tage gelingt, den Stress schnell abzuschütteln und Alle eine tolle gemeinsame Zeit erleben. Liebe Grüße, Osteorobert

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