Donnerstag, 10. MĂ€rz 2011

Tongariro Alpine Crossing

Eine der beliebtesten Wanderungen Neuseelands ist das Tongariro Alpine Crossing im Tongariro National Park. Von mehreren Leuten wurde uns diese 19,4 km lange Wanderung, die durch, auf und um Vulkane fĂŒhrt, empfohlen. Im ReisefĂŒhrer steht, dass diese Wanderung vor allem deshalb so beliebt ist, weil sie nicht besonders schwierig zu laufen ist...naja, dazu spĂ€ter mehr. In der Hauptsaison wandern hier tĂ€glich ca. 700 Touristen. Als wir am Vortag im Nationalpark ankommen, regnet es in Strömen und es ist schon zu spĂ€t, um noch ins Visitor Center zu fahren und uns zu informieren. Deshalb wissen wir auch nichts von einem Shuttleservice, der in alle möglichen Richtungen operiert, da die Wanderung in eine Richtung verlĂ€uft und es einem so ermöglicht wird, zum geparkten Auto zurĂŒckzukommen. Das erfahren wir erst am nĂ€chsten Tag.
Also wandern wir etwas verspĂ€tet los. Der Parkplatz am Start der Wanderung ist nicht wirklich fĂŒr den Andrang ausgelegt, aber dank der Mithilfe eines deutschen PĂ€rchens, quetschen wir unser Auto knapp hinter ihres und hoffen beide, dass wir da auch wieder weg kommen.




Der Start der Wanderung...


Das Höhenprofil der Wanderung: man startet auf 1.100 m und wandert so dahin. Dann kommt ein steiler Anstieg, der nicht so lustig ist. Der höchste Punkt liegt bei ca. 1.900 m, bevor es dann auf 800 m runter geht.


Das erste StĂŒck ist wirklich harmlos. Man lĂ€uft auf gut angelegten Wegen mit nur leichter Steigung zwischen Vulkangestein.


Dann kommt der Anstieg, der durch die vielen Stufen wahrscheinlich erleichtert werden soll...hmm, naja. Der Name Devil´s Staircase (Treppenhaus des Teufels) ist auf jeden Fall sehr treffend ;-)


Mir kommen erste Zweifel, zumal ich bis hierhin noch denke, dass wir...


...auf diesen Gipfel mĂŒssen. Den kann man aber, wenn man noch drei Stunden ĂŒbrig hat, separat besteigen...wirklich schade, dass uns dafĂŒr die Zeit fehlt ;-)


Oben ist es dann ganz schön windig und kalt, aber trotzdem sind die Wetterbedingungen an diesem Tag optimal.





Über einen weiteren Anstieg kommt man zum Red Crater. 


Heiko testet die Windrichtung...


Einfach nur toll, dieser Ausblick...


Dahinter taucht dann der Blue Lake auf. Ein toller Farbkontrast zu der kargen Landschaft.




Man fĂŒhlt sich manchmal, als wĂ€re man gerade auf dem Mond gelandet.


Der Red Crater aus der Ferne...



Über privates Land schlĂ€ngelt sich der Weg dann so 14 km nach unten. Auch hier sollte man auf dem Weg bleiben, denn wie man auf dem Foto sehen kann, gibt es auch hier wieder heiße Quellen. Der Schwefelgeruch ist allgegenwĂ€rtig...


Nach ca. 6 Stunden kommen wir am Ziel an und liegen damit am unteren Zeitlimit. Das letzte StĂŒck fĂŒhrt, entgegengesetzt zum Rest der Wanderung, durch ĂŒppigen Regenwald. Da zeigt sich mal wieder, wie kontrastreich Neuseeland ist. Als Belohnung bekomme ich ein Bienchen...allerdings hat mich dieses gestochen und mir einige Tage Schmerzen im Arm bereitet :-( 
Alles in allem war es eine der schönsten Wanderungen unserer Reise und ein guter Abschluss fĂŒr diese. Nach fast 20 km mit einigen hundert Höhenmetern sind wir aber doch etwas kaputt und als "nicht schwierig" wĂŒrde ich die Wanderung auf jeden Fall nicht einordnen. Und das kann ich jetzt auch sagen, denn ein bisschen Wandererfahrung haben wir ja in den vergangenen Monaten gesammelt ;-)

Einen weiteren spannenden Erfahrungsbericht des Tongariro Alpine Crossings findet ihr im Bergzeit- Magazin von www.bergzeit.de hier.

Zum Schluss nochmal das Wahrzeichen Neuseelands. Da Kiwis nachtaktiv sind, werden wir sie wohl nicht in echt sehen, dafĂŒr aber wenigstens schwarz auf gelb ;-)



Um deine Frage von neulich zu beantworten, Birgit, hier laufen uns sehr wenige Tiere ĂŒber den Weg. Auf den Straßen sieht man viele ĂŒberfahrene Opossums. Ansonsten bekommen wir regelmĂ€ĂŸig Besuch von Enten...das war´s dann aber auch schon, wenn man natĂŒrlich von den Millionen Schafen und Rindern auf den Weiden absieht...

Sonntag, 6. MĂ€rz 2011

Orakei Korako - The hidden valley

In der Gegend um die Stadt Rotorua brodelt, blubbert und stinkt es. Überall gibt es Thermalgebiete mit Geysiren und heißen Quellen. Wir haben so etwas noch nie gesehen...also nichts wie hin. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese NaturphĂ€nomene zu beobachten. Wir entschieden uns fĂŒr Orakei Korako, da dieses Gebiet etwas ab vom Schuss und damit nicht ganz so ĂŒberlaufen ist (das verrĂ€t auch der Name "The hidden Valley" ;-) 
Vorher kamen wir aber noch an den Huka- Falls vorbei, die weniger durch ihre Höhe als vielmehr durch ihre Kraft, mit der das Wasser durch die schmale Schlucht gedrĂŒckt wird, beeindrucken. Pro Sekunde fließen hier 140.000 Liter Wasser...da wollen wir dann lieber doch nicht raften ;-)



Zugang zu dem GelĂ€nde des Orakei Korako erhĂ€lt man nur mit einem kleinen Boot, das einen ĂŒber den See zum Start des Rundweges bringt. Dieser Weg fĂŒhrt vorbei an Hot Springs, Geysiren und blubbernden Schlammlöchern. Man stelle sich dazu den Schwefelgeruch und die warme, feuchte Luft vor, die den siedenden Wasserlöchern entweicht...






Überall dampft, zischt, brodelt und blubbert es...






Es ist dringend anzuraten, auf den Wegen zu bleiben, andernfalls steht man mal eben in einem Naturkochtopf ;-)


Na, seht ihr den Elefanten?



Diese Stelle nennt sich "The artist´s palette"...die vielen Farben sehen wirklich wie auf einer Mischpalette aus...




In Rotorua nahmen wir dann eines der vielen Angebote wahr und besuchten das Polynesian Spa, wo man in sieben verschieden heißen Mineralwasserbecken mit Blick auf den Lake Rotorua entspannen kann :-)

Auf zur Nordinsel

Nach einem Besuch von Nelson fuhren wir nach Picton, von wo aus zwei FĂ€hrunternehmen die Überfahrt zwischen Nord- und SĂŒdinsel anbieten. Im Gegensatz zu den Schiffen, mit denen wir bisher gefahren sind, war dieses natĂŒrlich eine Nummer grĂ¶ĂŸer. Mit einer Dreiviertelstunde VerspĂ€tung ging es los. Die erste Stunde fĂ€hrt man durch die idyllische Fjordlandschaft der Marlborough Sounds. Dann geht es weiter ĂŒber die Cook Strait in den großen Naturhafen von Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Auch hier zeigte sich mal wieder, dass wir alles andere als seetauglich sind. Wir haben uns zwar tapfer geschlagen, waren aber, wie bei allen anderen Schiffstouren auch, sehr dankbar, wieder festen Boden unter den FĂŒĂŸen zu haben. Also Steffi, mit der Kreuzfahrt...da mĂŒssen wir nochmal drĂŒber reden ;-)



Im Hafen von Wellington machte uns der KapitĂ€n dann auf die "Queen Mary 2" aufmerksam, die wegen des Erdbebens nicht in Lyttelton, sondern in Wellington angelegt hatte. Als eines der weltweit grĂ¶ĂŸten Passagierschiffe war "sie" natĂŒrlich schwer zu ĂŒbersehen ;-)


Wellington ist eine sehr nette Stadt. Die Tage vergingen wie im Flug und am Ende hatte ich gar kein Foto gemacht...hmm. Also wer etwas von Wellington sehen will, fĂ€hrt am besten selbst schnell mal vorbei ;-) Der Besuch des Te Papa, des Nationalmuseums, lohnt sich auf jeden Fall. In diesem toll gestalteten Museum erfĂ€hrt man alles ĂŒber die Natur, Geschichte und die Einwohner Neuseelands. Jetzt wissen wir, dank eines Simulators, wie sich ein Erdbeben anfĂŒhlt und haben einmal die Welt durch die Augen eines Schafes betrachtet.
Von Wellington aus fuhren wir Richtung Norden nach Napier. Diese Stadt wurde 1931 bei einem schweren Erdbeben fast vollstÀndig zerstört. Doch statt zu resignieren wurde die Stadt komplett neu aufgebaut...allerdings im Art Déco Stil. Dazu wurden Architekturstudenten und Arbeitslose des Landes nach Napier geholt. Gepaart mit dem sonnigen Wetter machte die Stadt auf uns einen locker leichten Eindruck. Alles ist super gepflegt und mit den vielen Palmen könnte man sich auch vorstellen, irgendwo in Miami zu sein ;-)











Freitag, 4. MĂ€rz 2011

Abel Tasman National Park

Jeder, der schonmal in Neuseeland war, nennt den Abel Tasman National Park als eine der Attraktionen, die man unbedingt besuchen sollte. Also machten auch wir uns auf den Weg in den Norden der SĂŒdinsel zum kleinsten Nationalpark Neuseelands. Entlang der vielen kleinen Buchten kann man schöne Wanderungen unternehmen. Wer die ganze KĂŒste entlang wandern will, kann den Abel Tasman Coastal Track laufen, bei dem man 51 km vom einen zum anderen Ende an der KĂŒste entlang wandert. Eine weitere Möglichkeit ist die Erkundung der vielen StrĂ€nde mit dem Kajak. Da man einige Buchten nur bei Ebbe passieren kann, boomt das GeschĂ€ft der sogenannten Wassertaxis, die einen zum gewĂŒnschten Punkt bringen, so dass man nur eine Strecke wandert und eine mit dem Taxi fĂ€hrt, da beides aufgrund der Gezeiten hĂ€ufig nicht möglich ist.


Wir wanderten einfach so drauf los und kĂŒrzten den Weg bei Ebbe etwas ab. Das war zwar nicht ganz wie an der Nordsee aber trotzdem schön...




Der Weg fĂŒhrt durch ĂŒppigen Regenwald. Durch das dichte GrĂŒn sieht man immer wieder die schönen StrĂ€nde. NatĂŒrlich kann man jederzeit zu diesen runtergehen und eine Badepause einlegen ;-)









Wie so hĂ€ufig in Neuseeland hatten wir im Nationalpark kein Netz. Deshalb waren wir, wie ich schon im letzten Beitrag geschrieben habe, sehr schockiert, als wir vom Erdbeben in Christchurch hörten. Seitdem verfolgen wir natĂŒrlich so gut es geht die Ereignisse. Eine Woche nach dem Erdbeben gab es hier um 12.51 Uhr 2 Schweigeminuten. Zu dem Zeitpunkt befanden wir uns gerade in einem riesigen Supermarkt (Ă€hnlich wie Metro). Es gab eine Durchsage, dass gleich die Musik ausgemacht wird und fĂŒr 2 Minuten der Opfer des Bebens gedacht werden soll. Das war schon eine krasse Situation. Im einen Moment noch geschĂ€ftiges Treiben und im nĂ€chsten Stille, als hĂ€tte jemand die Pausetaste gedrĂŒckt. Dann ging die Musik wieder an und als hĂ€tte jemand gesagt "rĂŒhrt euch" lief alles wie gewohnt weiter. Abgesehen davon, dass die Kassiererin sich noch die verwischte Schminke aus den Augen wischen musste...