Wenn man nach Queenstown reinfährt, merkt man sofort, dass dies kein Städtchen für Langeweile und Entspannung ist. Das ganze Jahr über kann man hier eine endlose Palette von Outdooraktivitäten ausüben. Mir kommt Queenstown wie ein Skiort im Sommer vor. Es reihen sich Outdoor- und Sportläden aneinander, dazwischen eine Menge Buchungsagenturen, wo mit Videos für alle möglichen Aktivitäten geworben wird....und alle wollen nur eins: unser Geld. Wenn man davon keins mitbringt, sollte man lieber schnell weiterfahren, denn der Aufenthalt hier ist nicht billig. Es sei denn man schaut nur zu, aber das macht ja keinen Spaß ;-)
Am Lake Wakatipu gelegen, eingerahmt von den neuseeländischen Alpen, ist Queenstown natürlich auch prädestiniert für Abenteuer jeder Art.
Natürlich werden wir von der Abenteuerlust sofort angesteckt.Wir entscheiden uns für ein Paket aus Jetboat und Rafting. Dazu werden wir mittags mit einem Bus zur Jetboatbasis gefahren. Diese Boote wurden speziell für die neuseeländischen Gewässer entwickelt, denn sie haben keine Schiffsschraube, sondern werden durch einen Wasserstrahl am Heck angetrieben. Dadurch können sie in nur 10 cm tiefem Wasser fahren. Eine weitere Eigenschaft ist, dass sie sehr wendig sind...das haben wir bei der Fahrt gemerkt. Aber bevor es in den Shotover River geht, bekommen wir diese hübschen, körperbetonten Regenmäntel und Schwimmwesten.
Das Boot rast mit einer Geschwindigkeit, die ich lieber nicht wissen möchte, durch die enge Schlucht und ist dabei manchmal nur eine Armbreite von den Felswänden entfernt. Und damit auch ja niemandem langweilig wird, gibt es unterwegs noch einige 360° Drehungen. Mehr als einmal habe ich uns in Gedanken schon an einer Felswand zerschellen sehen, aber natürlich hatte der Fahrer alles unter Kontrolle, denn er macht diesen Job schon seit über 12 Jahren. Für alle, die uns nicht finden, wir sind in der dritten Reihe rechts... ;-)
Meine Kamera habe ich bei diesen feuchten Aktivitäten natürlich zu Hause gelassen, aber selbstverständlich kann man hinterher Fotos kaufen und das haben wir auch gemacht.
Nach dem Jetboat wurden wir mit dem Raftingequipment ausgestattet. Also ein feuchter Neoprenanzug mit Jacke, Schwimmweste, Helm und feuchtwarme Neoprenschuhe. Fertig angekleidet wurden wir in Busse verteilt. Hier begann der eigentlich gefährliche Teil dieses Ausflugs, denn der Weg führte eine einspurige, kurvige, unbefestigte Straße am Berg entlang. Teilweise fehlten nur Zentimeter, die uns vom Abgrund trennten. Während der Fahrt bekamen wir eine Sicherheitseinweisung. In der deutschen Übersetzung lasen wir: " Rafting ist eine ernstzunehmende Abenteueraktivität"...aha! Busfahren auch, dachte ich! Nach 45 Minuten im warmen Bus (man bedenke alle hatten diese feuchten Anzüge an und dazu der Angstschweiß ;-) kamen wir ca. 17 km flussaufwärts am Startpunkt an. Dort bekamen wir nochmals eine Einweisung. Das Gefährlichste am Rafting ist das Paddel, denn 90 % der Unfälle passieren damit. Danach wurden wir auf 8 Boote aufgeteilt. Unser Guide hieß Kyle und kommt aus Montreal. Mit im Boot waren außerdem ein Paar aus China, ein Paar aus Auckland und ein Engländer.
Ca. 1,5 h fuhren wir den Fluss entlang. Der größte Teil war nicht so actionreich wie die folgenden Bilder. Es blieb genug Zeit, uns über die Goldvorkommen im Shotover River zu erzählen und jetzt wissen wir auch, dass dieser der zweitreichste Fluss weltweit ist und wir,wenn wir schon ins Wasser fallen, am besten gleich nach Gold Ausschau halten sollten. Das Wasser hatte übrigens 10°C, aber mit den Neos war das kein Problem. An einer ruhigeren Stelle sprangen wir ins Wasser und ließen uns flussabwärts treiben.
Kurz vor Schluss passiert man einen 170 m langen Tunnel. Das war ganz toll, aber kurz danach kamen ein paar heftige Stromschnellen. Kein Wunder, dass genau an diesem Punkt ein Foto gemacht wurde. Wir haben die Fotos vor allem wegen der beiden Chinesen hinter uns gekauft...die Gesichtsausdrücke sind einfach zu köstlich ;-)
Danach war das Boot voll Wasser, aber wir sind nicht gekentert...das ist wohl nicht immer so. Auf jeden Fall hat es eine Menge Spaß gemacht, auch wenn es beim nächsten Mal ein paar mehr Stromschnellen sein dürfen. Es wird bestimmt nicht unser letzter Raftingausflug gewesen sein.
Am Abend gingen wir dann auf Empfehlung der Jungs, die wir am Milford Sound kennengelernt hatten, in den besten Burgerladen von Queenstown. Den Tipp hätten sie uns gar nicht geben müssen, denn die Schlange vor dem Laden spricht für sich. Und tatsächlich war es der leckerste Burger, den wir beide je gegessen haben. Nach so einem aufregenden Tag braucht man ja was Handfestes, einen "Fergburger" eben ;-)
Danach unternahmen wir noch einen Verdauungsspaziergang am Wasser lang. In der Stadt ist abends noch viel los...eine sehr angenehme Stimmung.
Heiko hatte noch nicht genug Abenteuer. Er buchte für Samstag seinen ersten Bungeesprung! Der Neuseeländer AJ Hackett erfand das kommerzielle Bungeespringen und eröffnete nach einigen Selbstversuchen hier die weltweit erste Bungeestation an der Kawarau Bridge...also ein perfekter Ort für den ersten Sprung.
Eingecheckt, gewogen, es kann losgehen!
Ein paar Schaulustige...
Von dieser Zuschauerplattform konnte auch ich mitfiebern und Fotos machen. So spart man eine Menge Geld ;-)
Die Kawarau Bridge aus der Ferne...
Heiko winkt nochmal in die Kamera...man sieht ihm die Nervosität definitiv nicht an!
Ready, steady, GO!
43 m freier Fall...
Mit Armen und dem Kopf berührte Heiko das Wasser...
Und wieder wieder hoch und noch einmal...
Yeah...he did it!
Natürlich überlegt Heiko gleich, wo er den nächsten Sprung macht. Die 43 m waren ja nur zum Eingewöhnen ;-) Eine echte Herausforderung wären die 134 m am Nevis River...Neuseelands höchster Bungeepunkt!



UNGLAUBLICH!!! ich habe am samstag so an euch gedacht und abends gedacht: hoffentlich ist alles gut gegangen :) aber wie ich sehen konnte, hattet ihr eine menge spaß! weiterhin viel spaß und großer steffidrücker
AntwortenLöschenWow! Es hat also alles geklappt! Tolle Fotos! Wie sich das Seil so in der Luft windet...
AntwortenLöschenLG von der Couch im warmen Wohnzimmer - während draußen der Winter zurückkehrt... - von MuHei
ja, ein bischen verrückt seid Ihr schon! Und natürlich mutig!
AntwortenLöschenEs ist schön zu sehen, dass Ihr tolle Erlebnisse habt. Hero
Uijuijui ... Da sind ja die Zwischenwirbel-Abstände wieder auf Norm zurückgestellt und die Bandscheiben wundern sich über die neue Bewegungsfreiheit. Ich habe neulich mal die ursprüngliche Variante in einer Südsee-Doku gesehen! Da bauen die Insulaner aus Holzstangen einen Gitterturm an einem Abhang und lockern die Erde etwas, dann gibt's Lianen um die Knöchel und los geht's! Die mutigsten Krieger springen aus ca. 20m schräg Richtung Abhang und schlenkern dann relativ abgebremst in die lockere Erde. Und Du, Jana??? No risk - no fun? Es gibt doch auch Paarsprünge!
AntwortenLöschenAlso, Hals- und Beinbruch so far!
LG Birgit
Aaahh, bei den Äktschn-Angeboten wird nachvollziehbar, dass ihr euch bei work & travel auf letzteres konzentriert. Eine sehr schöne Landschaft habt ihr da.
AntwortenLöschenIch warte jetzt noch auf das Radtraining von Heiko. Die Gelegenheit mit dem Hochrad habt ihr ja leider verpasst...
Motorboot & Rafting - schön und gut, aber niemals nicht würde ich mit einem Gummiseil am Bein von einer Brücke springen!
Bleibt gesund & schöne Grüße aus dem trüben Brandenburger Winter!